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SYSTEMISCHE LERNTHERAPIE – FÜR WEN?
Viele Schüler und Schülerinnen versagen unter Erfolgszwang und Zeitdruck an den Leistungsanforderungen, die die Regelschule an sie richtet. Aufgrund der aktuellen Situation in den Schulen (z.B. große
Klassen) ist es kaum möglich, auf den individuellen Entwicklungsstand des einzelnen Schülers einzugehen.
So kommt es trotz eines sorgfältig durchgeführten Unterrichts zu Lernstörungen. Bleiben diese unbehandelt, erschweren sie insbesondere den Erwerb von Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen und
führen zu Blockaden, so dass selbst vorhandenes Wissen nicht mehr abrufbar ist (Leistungsstörung).
Besonders Kinder mit einer ausgeprägten Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche (Legasthenie/Dyskalkulie) erhalten häufig nicht die ihrem Störungsbild ‚angepasste‘ bzw. ‚angemessene‘ Hilfe. Trotz normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz gelten
diese Kinder immer noch als faul oder dumm.
Durch anhaltende Misserfolge sind nicht allein die Persönlichkeitsentwicklung, Schul- und Berufslaufbahn des Kindes beeinträchtigt, sondern in hohem Maße auch die Familie belastet.
Hier ist außerschulische Hilfe dringend notwendig.
Internationalen epidemiologischen Untersuchungen zufolge sind etwa 7% der Kinder und Jugendlichen von solchen verfestigten Lernstörungen betroffen. Die Tendenz ist steigend.
GRUNDANSATZ, AUFWAND UND ERFOLG (Systemische Lerntherapie nach Betz/Breuninger)
Lernstörungen werden systemisch betrachtet und als Wirkungsgefüge begriffen, dadurch können soziale, psychologische, medizinische und pädagogische Faktoren in ihrem Zusammenwirken analysiert und
dargestellt werden (Lernstruktur). Diagnostik und Behandlung werden daraus abgeleitet. Ziel der Lerntherapie ist die Wiederherstellung einer positiven Lernstruktur sowie Verbesserungen im Lern- und Leistungsbereich. Systemische Lerntherapie arbeitet ressourcenorientiert und setzt bei den Stärken des Kindes an, um diesem Erfolge zu vermitteln und so sein Selbstvertrauen in seine eigenen Fähigkeiten wieder zu stabilisieren. Weitere Kennzeichen professioneller Lerntherapie sind die Qualität der therapeutischen Beziehung, die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten, die Supervision lerntherapeutischer Praxis und das auf den Einzelfall abgestimmte und aus der Lernstruktur abgeleitete integrative Setting.
Das Angebot umfasst in der Regel
- Familien- und Elterngespräche,
- Zusammenarbeit mit der Schule und
- eine auf den Einzelfall abgestimmte Arbeit mit dem betroffenen Kind.
Als Erfolge gelten sichtbare und messbare Veränderungen der Lernstruktur, d.h. psychische Stabilisierung und Wiederherstellung der Lernfähigkeit, sowie der Lernleistung.
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