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    Praxis für Lerntherapie

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Die wirksamsten Lerntipps

Aus lernpsychologischer Sicht haben Schülern bei der Überwindung von Lernschwierigkeiten folgende Lerntipps am meisten genützt:

Zeitplanung
Trage Klassenarbeitstermine in einen Terminkalender ein. Teile den Klassenarbeitsstoff in Portionen auf! Fange frühzeitig mit der Vorbereitung an, damit du nicht in Stress gerätst. Denn: Gut geplant ist halb gelernt!

Hausaufgaben
Schreibe auf, welche Hausaufgaben du erledigen musst! Fange nicht gleich nach dem Mittagessen mit dem Lernen an, sondern ruhe ein wenig aus! Nimm zuerst die leichteren Aufgaben in Angriff! Hast du viel zu lernen auf, fertige einen kleinen Tagesplan an! Hake ab, was erledigt ist!

Heftführung
Schreibe leserlich und zeichne sauber! Vergiss die Überschrift und das Datum nicht! Hebe Wichtiges durch Unterstreichen und Markieren hervor! Kontrolliere den Hefteintrag abschließend!

Lernpausen
Lerne nach dem Rhythmus von Anspannung und Entspannung! das heißt: Nicht zu lange an einem Stück lernen, sondern immer wieder Pausen einlegen!

Arbeitsplatz
Lerne möglichst immer am gleichen Arbeitsplatz! Räume ihn vor dem Lernen auf! Lege Dinge, die dich ablenken können, weg! Vermeide bei schwierigen Aufgaben das Musik- und Radiohören (Gleichzeitigkeitshemmung)! Lagere ständig gebrauchte Arbeitsmittel (Schreibwerkzeug, Lexika) in Griffnähe!

Mehrkanaliges Lernen
Nimm Lernstoff auf mehreren Lernwegen auf: mit dem Auge, mit dem Mund, mit dem Ohr und mit der Hand! Je mehr Lernwege du benutzt, desto besser wird der Lernstoff im Gehirn verankert und vernetzt. Das Durchlesen und Anschauen genügt nicht. Lies Wichtiges laut! Fasse den Kerninhalt schriftlich und mündlich zusammen! Fertige Zeichnungen und Tabellen an!

Lernstoffwechsel
Beschäftige dich nicht zu lange mit dem selben Stoff, sondern mache eine Pause oder schiebe ein anderes Fach dazwischen! Lerne ähnliche Fächer (z.B. Englisch und Französisch) nicht hintereinander (Ähnlichkeitshemmung)!

Lernkontrolle
Prüfe, ob das Gelernte tatsächlich auch sitzt! Schreibe oder sage wichtige Lerninhalte aus dem Gedächtnis auf! Stelle selbst Fragen und beantworte sie! Löse Übungsaufgabern!

Gedächtnisstützen
Will ein Lernstoff nicht in den Kopf, mache ihn dir durch Bilder (Zeichnungen oder innere Vorstellungen), Merkverse oder Abkürzungen merkbar! Du kannst dir z.B. das Datum der Schlacht bei Issus mit folgendem Spruch merken: “Drei-drei-drei, bei Issus Keilerei”. Die Abfolge der Mittelohrknöchelchen “Hammer, Amboss, Steigbügel” lässt sich mit dem Merkwort “HAS” einprägen.

Wiederholungslernen
Prüfe immer mal wieder, ob dein Kernwissen (z.B. unregelmäßige Verben) sitzt! Stellst du Lücken fest, schließe sie! Markiere wichtigen schwer merkbaren Stoff und wiederhole ihn regelmäßig! Merke: Viele kleine Wiederholungen sind wirksamer als eine große Wiederholung kurz vor der Klassenarbeit.

Vokabellernen
Lies die Vokabeln zunächst laut, decke dann ab und prüfe sie solange schriftlich, bis sie sitzen! Präge sie dir in Portionen ein (je 10) und lerne nicht mehr als 30 pro Tag! Schreibe schwer merkbare Vokabeln auf Karteikärtchen (Vorderseite: Deutsch, Rückseite: Fremssprache) und kontrolliere sie öfters: 1. Kontrolle nach 60 Minuten, 2. Kontrolle nach 24 Stunden, Gesamtwiederholung nach 2 Tagen!

Mathematiklernen
Gestalte das Mathematikheft sauber und übersichtlich! Trenne Haupt- und Nebenrechnungen voneinander! Hebe Merksätze und Formeln besonders hervor! Trainiere schwierige Lösungsverfahren nochmals zu Hause, und zwar Schritt für Schritt! Mache Hausaufgaben möglichst an dem Tag, an dem sie aufgegeben worden sind!

Textlernen
Lerne lange Lerntexte nicht auf einmal, sondern in mehreren Schritten! Überfliege den Text zunächst und lies ihn dann gründlich! Fasse ihn nach dem Lesen schriftflich zusammen (Texttelegramm)! Jetzt liest du ihn erneut durch und prüfst schließlich, ob du das Wesentliche frei wiedergeben kannst.

Textaufgaben lösen
Lies den Text konzentriert durch! Verstehst du ihn nicht, mache ihn dir in eigenen Worten oder in Form einer Zeichnung klar! Überlege, wohin du willst und was du zur Lösung brauchst! Sieh die Aufgabe nochmals ruhig durch, wenn du dich verrannt hast! Frage dich, wo der Fehler liegt und welche Regel du sonst noch anwenden könntest! Kontrolliere, ob die Lösung stimmt!

(nach G. Keller)

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